Eppendorfer Wochenblatt vom 30. Oktober 2003




Post in der Schlüterstraße verkauft

Für eine der markantesten Immobilien von Rotherbaum bricht eine neue Ära an. Das Postamt
an der Schlüterstraße, 1902-07 als größtes Fernsprechvermittlungsamt der Welt erbaut, wird
künftig nicht mehr ausschließlich Postzwecken dienen. Die Wölbernbank, der neue Inhaber
des Gebäudekomplexes, verhandelt mit der Universität über neue Nutzungen. Somit könnten
sich die Hoffnungen von Anwohnern, Kommunalpolitikern und der Hamburger Uni auf eine
Konzentration der Verwaltung der Universität in dem alten Postamt erfüllen. Die Stadt hatte
vergeblich versucht, das Gebäude zu diesem Zweck von der Telekom zu erwerben. Doch mehr
als 35 Millionen Euro konnte der Senat nicht bieten. Als die Wölbernbank den Zuschlag
bekam, machten Befürchtungen die Runde, das Postamt könnte in ein kombiniertes Wohn-
und Bürogebäude umgewandelt werden. Die Anwohner in der Schlüterstraße hätten in
diesem Fall damit rechnen müssen, dass der Plan eines Neubaus für die Uni-Verwaltung
zwischen Mensa und Staatsbibliothek wieder aufleben würde. Vor drei Jahren hatten sie
vehement gegen diese Überlegung der Universität protestiert. Doch Marco Gebhard, Sprecher
der Wölbernbank, betont: "Die Universität ist unsere erste Option." Für moderne Büros eigne
sich das Gebäude aufgrund der Bauweise nicht besonders gut und auch der Einbau von
Wohnungen würde wegen der schlechten Parkplatzsituation nicht primär in Betracht gezogen,
erläuterte der Sprecher der Bank dem Wochenblatt. "Superinteressant" sei die Immobilie aber
schon, weil sehr "speziell". Hat die Bank deshalb fünf andere Interessenten überboten ?
Ändern wird sich an der Schlüterstraße bis 2008 nichts. Die Telekom hat noch Verträge für
ihre Räumlichkeiten bis zu diesem Jahr und für andere bis 2018 !