14. Juni 2002

Innenbehörde will Platz der Synagoge "entpollern".

Nach einer Begehung des Grindelhofes im Rahmen ihrer "Polleroffensive" ist die Innenbehörde zu dem Ergebnis gekommen, dass am Rothenbaum zahlreiche Poller "überflüssig" seien. Darunter auch die Absperrungen am Joseph-Carlebach-Platz, dem Platz auf dem bis zu ihrer Zerstörung die Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Grindel stand.

Die Anwohnerinitiative Grindelhof lehnt die Entfernung der Schutzeinrichtungen ab. Angesichts einer extrem hohen Falschparkerquote im Viertel sind die überprüften Poller unverzichtlich. Nach Angaben der Baubehörde ist jedes dritte abgestellte Fahrzeug am Grindel illegal geparkt und behindert Fußgänger, Fahrradfahrer und Rettungskräfte. Notzufahrten werden versperrt, anderen Verkehrsteilnehmern -ob motorisiert oder unmotorisiert- wird die Sicht genommen, Schäden an Bäumen, Beschilderungen und falsch belasteten Wegen in Millionenhöhe sind Jahr für Jahr die Folge.

Es ist zu beobachten, dass jede, in irgendeiner Weise erreichbare Fläche als Parkplatz missbraucht wird. Eine Überprüfung, gar Ahndung solcher Vergehen ist der Polizei nach eigenen Angaben nicht oder nur sehr unzureichend möglich. Die Absperrung von Freiflächen durch Pollern ist somit die einzige Möglichkeit, sie vor illegalen Parkern zu schützen.

Die Entfernung der Poller am Joseph-Carlebach-Platz hat durch die besondere Geschichte des Ortes und seinen Charakter als Gedenkort eine besondere Bedeutung. Sog. Schrägparken, eventuell auch die Nutzung des Platzes selbst als Abstellfläche stehen zu befürchten und sind unbedingt zu verhindern.