15. Oktober 2002

Lösungsvorschlag für den Grindelhof weder pragmatisch noch intelligent!

- Bürgerinitiative lehnt Sierichstraßenregelung für Grindelhof kategorisch ab -

Die Bürgerinititative für den Erhalt des Grindelhofes in seiner jetzigen Form bewertet das Plädoyer des Bausenators für eine "Sierichstraßen-Lösung" als klare Missachtung des Votums des erfolgreichen Bürgerbegehrens. Ausdrücklich wird dort der Erhalt der Einbahnstraßenregelung stadtauswärts zwischen Grindelallee und der Kehre Bornstraße gefordert. Der Vorschlag wendet sich damit nicht nur gegen die 10.000 Unterstützer des Bürgerbegehrens sondern auch gegen den Beschluss der Bezirksversammlung Eimsbüttel, der dem Bürgerbegehren zustimmt und der sogar mit den Stimmen der CDU gefasst wurde sowie den Rat von Verkehrsexperten, etwa des ADAC. Eine noch ausstehende Überprüfung der Machbarkeit der Vorschläge wird nach unserer Überzeugung negativ ausfallen.

Eine wechselnde Einbahnstraßenregelung, vormittags in Richtung Innenstadt und nachmittags stadtauswärts, wie sie Bausenator Mettbach in der Welt am Sonntag vom 13.10.2002 beschreibt, bedeutet in erster Linie mehr Verkehr und vor allem mehr Tempo: eine Rennstrecke à la Sierichstraße, die das Viertel wieder zerschneidet und Fußgänger, insbesondere Kinder wieder stärker gefährdet, ist für die Bewohner des Grindelhofes nicht akzeptabel. Die Gefährdung von Schulkindern der Talmud-Tora-Schule stößt im Viertel auf Unverständnis.

Mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Bausenator seine Vorschläge für die Verkehrsführung im Grindelhof, anders als wiederholt zugesagt, öffentlich macht, ohne zuvor die Betroffenen vor Ort zu konsultieren. Die von Mettbach vorgeschlagene Regelung wäre kein "kleiner Eingriff" in die Verkehrsführung, sondern der Versuch, den Grindelhof zur Hauptverkehrsstraße zu machen, die die Bewohner mit mehr Lärm, Luftschadstoffen und erhöhter Unfallgefahr belastet. Die Umbaumaßnahmen von 1998 waren ja keine im engeren Sinne "Verkehrsberuhigungsmaßnahmen", sondern dienten in erster Linie der Abschaffung eines eklatanten Missstandes, der Verkehrs-Überlastung des Grindelhofes, der keine Hauptverkehrsstraße ist.

Die breite Akzeptanz der Umbaumaßnahmen ist auch der Möglichkeit geschuldet, den Grindelhof relativ gefahrlos nicht nur an Ampeln zu überqueren. Wenn diese Möglichkeit durch die Realisierung der Vorschläge eingeschränkt wird, könnte dies auch Auswirkungen auf den Einzelhandel haben. Der Senat sollte sich deshalb auf den Umbau des Hallerplatzes und auf die Einführung des auch von vielen Bewohnern geforderten effizienten Parkraummanagements konzentrieren. Dies sind pragmatische und intelligente Lösungen.