21. September 2004

EINLADUNG ZUR ENTHÜLLUNG EINER BILDTAFEL DER BORNPLATZ-SYNAGOGE

Am Mittwoch, den 29. September 2004 um 14.30 Uhr wird auf dem Joseph-Carlebach-Platz eine Bildtafel eingeweiht

Die Bürgerinitiative Grindelhof wird in Anwesenheit des Vizepräsidenten der Universität Hamburg, Professor Dr. Holger Fischer und dem Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Dr. Jürgen Mantell am 29. September 2004 um 14.30 Uhr auf dem Joseph-Carlebach-Platz eine Stadtinformationstafel mit dem Bild der 1906 eingeweihten Bornplatz-Synagoge enthüllen. Die Rückseite dieser Stadt-informationstafel zeigt weitere Informationen über die Synagoge, die 1906 durch Semmy Engel und Ernst Friedheim für die Deutsch-Israelitische Gemeinde errichtet wurde. Diese Synagoge - eine der großen in Deutschland - war wie Arie Goral-Sternheim sage, das Zentrum vom jüdischen Grindelzentrum, deren über alle Straßen, Plätzen, Gassen, Häusern, Balkons und Dächern himmelemporragende Kuppel er als Erinnerungsbild bewahrte.

Das Innere der Synagoge wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstört. Die Nationalsozialisten befahlen 1939/1940 den Abriss, den perfiderweise die Deutsch-Israelistische Gemeinde bezahlen musste. Auf dem Joseph-Carlebach-Platz wurde 1987/1988 von dem Architekten Bernhard Hirche und der Künstlerin Margrit Kahl ein Mahnmal gestaltet, welches die Gewölbelinien im Pflaster nachzeichnet zur Erinnerung an die zerstörte Synagoge, die einst ein Zeichen für die beginnende politische und gesellschaftliche Integration der deutschen Juden in den Gründerjahren war. Gleichwohl erschließt sich die Information dieses ungewöhnlichen Mahnmals fast nur Interessierten und Wissenden.

Die Bürger-initiative und hier ist besonders Helga Obens zu danken, hat einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, der diese inhaltliche und gestalterische Aufgabe übernommen hat. Zu diesem Arbeitskreis gehört auch Steffi Wittenberg, ehemals Schülerin der Israelitischen Töchterschule in der Karolinenstraße, die jährlich mit dem VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten) zur Mahnwache am 11. November zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 aufruft: "Ich habe als elf- und zwölf-jähriges Mädchen mit meinen Schulkameradinnen samstags die große Bornplatz-Synagoge besucht und Oberrabbiner Joseph Carlebach predigen gehört. Seine mutigen und klaren Worte hatten mich damals fasziniert und das ist mir in Erinnerung geblieben. Es ist gut, dass jetzt auf den Gedenkplatz - d.h. auf das Mosaikfeld neben den Bronzetafeln am Bunker - durch eine sehr lebendige Tafel am Grindelhof mit Hintergrundinformationen und Abbildungen auf die zerstörte große Synagoge hingewiesen wird."

Die Informationstafel wird von der Firma JCDecaux GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt und gewartet. Der Firma JCDecaux und dem Baudezerntenten des Bezirks Eimsbüttel, Herrn Reinhard Buff sind wir zu herzlichem Dank verpflichtet für die Unter-stützung dieses Projektes. Für die Zukunft ist geplant, diese Tafel gemeinsam mit Schülern, Studierenden oder aber auch Agenturen zu gestalten.