27. September 2002

 

Wende in der Diskussion um den Grindelhof

Überraschende Einigkeit im gestrigen Beschluss der Bezirksversammlung zur Diskussion um den Grindelhof. Die Forderungen der Anwohnerinitiative wurden mit den Stimmen von SPD, GAL und CDU festgeschrieben. Damit scheint der umstrittene Rückbau der Strasse nun äusserst unwahrscheinlich.

In der gestrigen Sitzung der Bezirksversammlung Eimsbüttel wurde über die künftige Gestaltung des Grindelhofs abgestimmt.

Bereits vor der Bürgerschaftswahl im vergangenen Jahr hatten sich die späteren Koalitionäre aus CDU, "Schill-Partei" und FDP auf die Wiederöffnung der 1997 verkehrsberuhigten Strasse verständigt und diese Forderung in ihren Koalitionvertrag aufgenommen.

Nach massiven Widerständen seitens der betroffenen Anwohner und Geschäftsleute wurden die Pläne zunächst vertagt, um, so Bausenator Mario Mettbach, "nach einer intelligenten Lösung zu suchen". Neben den direkt betroffenen Anliegern hatten sich im Frühjahr 2002 auch diverse Sachverständige und Interessenvertretungen wie der ADAC, die Hamburgische Architektenkammer und die Handelskammer den Senatsplänen gegenüber ablehnend geäussert.

In einem von der Anwohnerinitiative initiierten Bürgerbegehren haben sich in nur sechs Monaten mehr als 10.000 Menschen durch ihre Unterschrift für den Erhalt der Strasse in ihrer jetzigen Form stark gemacht eine Zahl, die von der eindeutigen Stimmungslage im Bezirk zeugt und eine Entscheidung des Bezirksparlament erwirkt.

In dessen gestriger Sitzung nun wurde über die im Bürgerbegehren formulierten Forderungen abgestimmt. Neben den Mehrheitsfraktionen von SPD und GAL stimmten auch die Abgeordneten der CDU für die Beibehaltung der bestehenden Regelung und schwenkten somit auf den Kurs der Anwohner ein. Diese gehen nun davon aus, dass sich auch die CDU-Bürgerschaftsfraktion dem breiten Konsens in der Sache anschliesst und auch gegenüber ihren Koalitionspartnern auf eine Beibehaltung des status quo am Grindelhof hinwirkt.