Jüdisches Denkmal verkommt


Das Denkmal für die jüdische Synagoge auf dem Joseph-Carlebach-Platz in Rotherbaum verkommt, findet die Bürgerinitiative Grindelhof. Auf dem vor 15 Jahren angelegten Mosaik, das dem Grundriss der 1938/39 zerstörten Synagoge nachempfunden ist, wuchert das Unkraut. "In den Fugen wachsen Löwenzahn und Kamille", sagt Heidi Minke (37) von der Initiative. "Eine Schande für die Stadt. Reisegruppen werden an das Denkmal geführt, deren Teilnehmer oft ehemalige jüdische Verfolgte sind."

Es fehle an Geld für die Pflege, so das Bezirksamt. "Die Pflege wäre aufwendig und teuer", sagt Eimsbüttels Baudezernent Reinhard Buff (57), "der jüdische Glaube verbietet, das Unkraut abzubrennen, und das Ausstreuen von Pflanzengiften zerstört das Mosaik." Jetzt will die Initiative Paten finden, die sich um das Denkmal kümmern. "Wir hoffen, dass das Bezirksamt die Organisation übernimmt", sagt Minke. Bei einem Runden Tisch Mitte August sollen alle Fragen geklärt werden. har