Hamburger Abendblatt vom 29.09.2004.

 

Allende-Platz: Plädoyer für Tiefgarage


Eine Quartiersgarage mit 100 Stellplätzen unter dem Allende-Platz wäre baulich möglich und sinnvoll - sofern ein Teil der Parkplätze auch für Besucher oder Uni-Angehörige zur Verfügung steht. Das ist das Fazit der ersten Untersuchungen des Stadt- und Verkehrsplanungsbüros Argus, die gestern Abend im Kerngebietsausschuss Eimsbüttel vorgestellt wurden. "Die hohe Auslastung der vorhandenen Stellplätze macht deutlich, dass das Angebot erweitert werden sollte", empfiehlt Rolf Sachau, Geschäftsleiter von Argus. Der Bezirk hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob eine Garage notwendig ist und von den Anwohnern angenommen werden würde.

Im nahen Einzugsgebiet der geplanten Tiefgarage gibt es 760 legale Stellplätze, unter anderem an der Dillstraße, am Grindelhof und an der Rutschbahn. Stichproben ergaben, dass gegen 17 Uhr jedoch 960 Fahrzeuge in dem Gebiet geparkt sind - also 200 mehr als legal möglich, eine Auslastung von 126 Prozent. Um drei Uhr nachts sind immer noch 890 Fahrzeuge im Einzugsgebiet abgestellt - 60 Wagen mehr als erlaubt, eine Auslastung von 107 Prozent.

Zum Einzugsgebiet einer Quartiersgarage werden in erster Linie Standorte gerechnet, die weniger als 150 Meter Fußweg entfernt sind. "Danach fällt die Akzeptanz schnell ab", so Sachau. Das Einzugsgebiet der geplanten Quartiersgarage überschneidet sich allerdings mit dem einer Garage für Anwohner an der Ecke Rutschbahn/Grindelhof, deren Erweiterung von 70 auf 100 Stellplätze bereits genehmigt ist, weswegen am Allende-Platz auch Besucher parken sollten.

Alle privaten Parkplatzanbieter der Umgebung, so weitere Ergebnisse der Untersuchung, waren zu 100 Prozent ausgebucht. Zum Teil bestanden Wartelisten. Die Preise für gemietete Parkplätze bewegen sich dabei im Quartier zwischen 56 und 82 Euro.

Den Einwand, durch eine Quartiersgarage mehr Verkehr zu erzeugen, widersprach Rolf Sachau: "Die Verkehre sind heute schon da. Sie suchen später nur nicht mehr so lange einen Stellplatz." Weitere Untersuchungen sollen jetzt ergeben, ob sich der Bau der Garage rechnen würde. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bezuschusst öffentliche Stellplätze mit bis zu 14 700 Euro pro Platz. hsm