Frühjahrsputz für "Stolpersteine"


HAMBURG -
Es sind kleine, aber immer präsente und nachhaltig wirkende Denkmale, die der Kölner Künstler Gunter Demnig seit 1993 an vielen Orten Deutschlands im Pflaster versenkt: quadratische Pflastersteine aus Beton, deren Oberseiten gravierte Messingtäfelchen tragen. Jeder dieser "Stolpersteine" steht für einen Menschen, der Opfer der Mordmaschinerie der Nationalsozialisten wurde. Allein in Hamburg hat Demnig seit 2002 rund 1700 "Stolpersteine" auf Hamburger Bürgersteigen versenkt: dort, wo die Opfer - überwiegend jüdische Menschen, aber auch politisch Verfolgte, Sinti, Roma, Homosexuelle, Christen im Widerstand, Zeugen Jehovas - zuletzt lebten.

Viele Erinnerungstafeln, die Namen und Lebensdaten der Opfer enthalten, sind inzwischen kaum noch lesbar, weil das Messing oxidiert ist. Zwar hat es immer wieder vereinzelte Reinigungsaktionen durch Anwohner, Schulklassen und Unterstützer des Projekts gegeben, aber bei der Vielzahl gelingt es nicht, alle "Stolpersteine" in einem akzeptablen Zustand zu erhalten. Deshalb rufen die Initiatoren des Projekts Hamburger Bürger dazu auf, die in ihrer Nachbarschaft verlegten Steine zu reinigen. Als zentraler Tag für den diesjährigen Frühjahrsputz wurde Sonntag, der 15. April, gewählt. Auf diesen Tag fällt in diesem Jahr der 27. Nissan des jüdischen Kalenders, der "Yom HaShoa", an dem seit den 50er-Jahren in Israel und in vielen Teilen der Welt der jüdischen Opfer des Holocaust gedacht wird. Zur Reinigung der Täfelchen sind alle Putzmittel für Metalle geeignet.

HA
erschienen am 13. April 2007