Wieder Unruhe um den Grindelhof
Kommentar

Von Andreas Burgmayer

Der Streit um die Verkehrsführung am Grindelhof ist seit
sechs Jahren ein Politikum. Gerade war jetzt einmal Ruhe.
"Einbahnstraße bleibt" ist die (nahezu) einvernehmliche
Losung.
Sogar der ADAC findet es mittlerweile gut - und die meisten
der ansässigen Geschäftsleute auch. Die Anwohner
sowieso. Da platzt plötzlich Verkehrssenator Mario
Mettbach in die Harmonie mit einem Vorschlag, den er
"Sierichstraßen-Lösung" nennt - abends raus aus der
Innenstadt, tagsüber rein in die City.
Prompt geht es wieder los mit dem Protest. Und alles fragt
sich, warum, warum nur, musste der bislang recht glücklose
Senator dieses Fass wieder aufmachen?

Ist es das Bemühen, Profil zu gewinnen? Ist es das
Bemühen, vermeintlichen Gesichtsverlust zu vermeiden, weil
man vor der Bürgerschaftswahl vollmundig die Öffnung der
Straße ankündigte?

Alles soweit legitim. Aber: Manchmal gewinnt man am
meisten, wenn man über seinen eigenen Schatten springt .. .