Talmud-Tora-Schule wieder eröffnet


Hamburg hat nach 60 Jahren wieder eine jüdische Schule. Gestern übergab der Senat die Talmud-Tora-Schule am Grindelhof an die Jüdische Gemeinde in Hamburg. "Dies ist ein Moment der Freude und des Neubeginns", sagte Bürgermeister Ole von Beust anlässlich der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung. "Hamburg bekennt sich mit diesem Akt zu seiner Vergangenheit", so von Beust. Es sei nicht der Versuch, Unrecht ungeschehen zu machen, jedoch der Moment, um Zeichen zu setzen: für die Verantwortung; wider das Vergessen. 1942 war die Talmud-Tora-Schule von den Nazis geschlossen worden. Im August dieses Jahres nahm die Schule ihren Lehrbetrieb wieder auf. Vier Lehrerinnen kümmern sich jetzt um die elf Schüler der ersten Klasse. Die Hansestadt übernimmt in der Anfangsphase die Gehälter für zwei Lehrkräfte. Die restlichen Kosten trägt die Jüdische Gemeinde. Ein großer Teil wird von der New Yorker Ronald-S.-Lauder-Stiftung finanziert. Der Hamburger Senat hat für die Sicherheit der Schule und ihrer Besucher 500 000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 500 000 Euro will die Hermann-Reemtsma-Stiftung für die Renovierung des Schulgebäudes zur Verfügung stellen. hk