Grindelhof bald Einbahnstraße?
Von Renate Pinzke

Neuer Vorstoß von Mettbach sorgt für Aufregung

Die Anwohner des Grindelhofes sahen sich schon als Sieger. Das Bürgerbegehren zur bestehenden und gewollten Verkehrsberuhigung ihrer Straße wurde erst kürzlich vom Bezirksamt angenommen.
Doch der Senat gibt nicht auf. Bausenator Mario Mettbach (Schill-Partei) präsentierte nun eine „neue“ Lösung: eine
wechselnde Einbahnstraße wie in der Sierichstraße.

Die Auseinandersetzung um den seit vier Jahren verkehrsberuhigten Grindelhof soll damit nun endgültig beigelegt werden. Wie
berichtet hatte der Senat in seinem Koalitionsvertrag festgeschrieben, den Grindelhof für den Verkehr wieder zu öffnen.
Massive Anwohnerproteste ließen Bausenator Mario Mettbach vor der Maßnahme immer wieder zurückweichen.

Gegenüber der „Welt am Sonntag“ bestätigte Mettbach nun, dass ein größerer Umbau der Straße zwar vom Tisch sei, aber
ein „wechselndes Einbahnstraßensystem“ eingeführt werden soll. Morgens dürfte der Verkehr dann aus Richtung Hochallee in die Stadt hineinfahren, nachmittags allerdings würden die Autos den Grindelhof nur stadtauswärts benutzen dürfen. „Die Schill-Partei und die FDP versuchen damit noch irgendeinen Strohhalm zu finden“, meint Till Steffen von der GAL Eimsbüttel.
Durch diese Maßnahme habe man mehr Verkehr am Grindelhof „und das wollen die Leute nicht“, so Steffen weiter. Seine Kritik an Mettbachs Vorstoß: Staus würden durch dieses System maximiert und damit die Leistungsfähigkeit der Kreuzung durch eine kürzere Grünphase verringert. Zudem sei der Grindelhof nicht mit der Sierichstraße vergleichbar, weil er wesentlich kleiner sei.