Grindel-Rückbau im Rückwärtsgang

Bausenator Mario Mettbach (Schill-Partei) im Zwei-Fronten-Krieg: Während die Strese-Anwohner heute die letzten Unterschriften für ihr Bürgerbegehren im Altonaer Rathaus übergeben, versuchte der Bausenator gestern die Grindel-Aktivisten zu beruhigen.

"Die Entscheidung im Grindelhof ist noch völlig offen", sagte Mettbach. "Gegebenenfalls muss der Senat eine Entscheidung gegen den Koalitionsvertrag treffen." Denn im Koalitionsvertrag steht die Öffnung des Grindelhofs festgeschrieben. Dass der Bausenator jetzt so sanfte Töne anschlug, ließ auch Bezirksamtsleiter Jürgen Mantell (SPD) aufhorchen: "Ich hoffe, dass es die einfache Lösung, wie sie im Koalitionsvertrag steht, nicht geben wird."

Im Vorfeld hatte Christoph Muermann, Initiator der Anwohner-Initiative Univiertel, noch gewettert: "Das ist eine reine Alibi-Veranstaltung. Senator Mettbach hat uns intelligente Lösungen versprochen. Bis zum heutigen Tag hat er jedoch keinerlei konkrete Pläne vorgelegt."

"Ich habe keine Pläne", gestand Mettbach bei dem Treffen mit den Anwohnern dann auch freizügig. "Aber wenn ich mit fertigen Konzepten ankäme, würden sich die Anwohner beschweren, dass sie keinen Einfluss mehr hätten."

Grund für die Planlosigkeit des Bausenators mag auch der Rat der Experten sein: In der Anhörung im Kerngebietsausschuss am 7. Januar hatten sich sowohl der Einzelhandel wie auch der ADAC gegen den Rückbau ausgesprochen. Am 4. Februar fasste auch der Kerngebietsausschuss Eimsbüttel einen Beschluss gegen den Rückbau mit der Begründung, für die Umbaumaßnahmen lägen keine plausiblen Konzepte vor.

Auf der Stresemannstraße zeigt der Rückbau derweil erste Folgen: Heute stellte die Polizei Tempo-Anzeiger auf, die Raser zur Vernunft bringen sollen. Zur Kasse gebeten werden die Verkehrssünder aber erst ab dem 20. Februar. Die Anwohner-Initiative demonstrierte auch gestern weiter: 150 Anwohner trafen sich, blockierten für eine Stunde den Pkw-Verkehr.

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