Hamburger Morgenpost vom 17.11.2001.

 

MOPO-Interview mit Bausenator Mario Mettbach (Schill)

"Neue Konzepte gegen den Stau"

 

 

MOPO: Sind Sie ein geduldiger Autofahrer?

Mario Mettbach: Was den Stau betrifft ja. Aber wenn andere sich falsch verhalten, werde ich schon mal ungeduldig.

MOPO: In Hamburg stehen die Autofahrer ständig im Stau, haben Sie im Wahlkampf behauptet. Wie wollen Sie das ändern?

Mettbach: Ich werde mir in Kürze die Konzepte der Koordinierungsstelle meines Hauses vorlegen lassen, um die Arbeitsweisen und Strukturen zu bewerten. Mir ist völlig unverständig, warum man in einer Umleitung wieder vor einer Baustelle steht. Da müssen neue Konzepte erstellt werden.

MOPO: Welche Visionen haben Sie als Senator?

Mettbach: Wenn es um reine Bauvorhaben geht, habe ich zurzeit keine großen Visionen, aber bei Verkehr und Stadtentwicklung schon.

MOPO: Wie soll der Verkehr in Hamburg laufen?

Mettbach: Der Verkehr muss wieder fließen. Wie schon gesagt, denke ich da an eine bessere Baustellen-Koordinierung, aber auch an den Grünen-Pfeil für Rechtsabbieger, intelligentere Ampelschaltungen und die Anhebung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Ausfallstraßen.

MOPO: Zu konkreten Projekten: Werden Stresemannstraße und Grindelhof wieder umgestaltet?

Mettbach: Wir haben vereinbart, die Stresemannstraße wieder ganz zu öffnen und den Grindelhof in beide Richtungen befahrbar zu machen. Das ist weiterhin mein Ziel und das werden wir umsetzen.

MOPO: Wie gehen Sie dann mit Protesten um?

Mettbach: Wir werden vorher mit den Anwohnern sprechen. Es ist eine Frage wie man die Straßen umgestaltet.

MOPO: Wie sieht der Zeitplan aus?

Mettbach: In Sachen Stresemannstraße habe ich am 23. November ein Gespräch mit der Bürgerinitiative. Noch vor Weihnachten wird eine Entscheidung fallen.

MOPO: Und der Grindelhof?

Mettbach: Ich werde im Dezember mit den Anwohnern sprechen und im Januar wird entschieden.

MOPO: Richten wir den Blick auf den südlichen Elbraum. Finkenwerder fordert seit langem eine Ortsumgehung, die Koalition wollte nur die A26. Kommt jetzt beides?

Mettbach: Es muss dort eine Verkehrsentlastung geben. Wir haben gesagt, die A26 wird gebaut. Wenn wir feststellen, dass die Zeitachse für die Autobahn zu lang wird, müssen wir über andere Möglichkeiten nachdenken. Daher sehe ich die Ortsumgehung Finkenwerder sowohl als Alternative als auch als Ergänzung. Ich habe der Bürgerinitiative in Finkenwerder angeboten, im Dezember zusammen zu kommen.

MOPO: Und welche Visionen haben Sie als Stadtentwicklungssenator?

Mettbach: Zunächst denke ich an die HafenCity und Olympia. Wir haben bis zum Frühjahr eine Bewerbung abzugeben, da gibt es einen Haufen Stadtentwicklungsprojekte. Dann müssen wir eine Achse schlagen von der Innenstadt über HafenCity und Olympia-Park nach Harburg.

MOPO: Für die HafenCity wird gefordert, Raum für Sozialwohnungen und frauenpolitisch einen Stadtteil der kurzen Wege zu schaffen. Wie stehen Sie dazu?

Mettbach: Die HafenCity ist ein Jahrhundertprojekt. Hier kommt es darauf an, eine Mischung hinzubekommen, damit es ein attraktiver Stadtteil wird. Da stimme ich mit der bisherigen Planung überein.

MOPO: Nach den berühmten 100 Tagen - was sollte dann über ihre Person gesagt werden?

Mettbach: Weiter so.

 

Interview: Henrik Jeimke-Karge/Renate Pinzke