Hamburger Morgenpost vom 28.09.2002

 

Der Grindelhof ist gerettet

Die Pläne für eine Öffnung des Grindelhofs für den Verkehr sind
gescheitert. In der Bezirksversammlung Eimsbüttel hat jetzt
überraschend auch die CDU für die Beibehaltung des Status quo
am Grindelhof gestimmt.

Vor fünf Jahren ist der Grindelhof Richtung Hochallee zur
Einbahnstraße geworden – gegen Proteste vor allem von
Gewerbetreibenden. Doch die Verbreiterung der Gehwege und die
Vergrößerung der Gartenplätze der Lokale hat dem Grindelhof ein
ganz besonderes Flair verschafft. Zuletzt war sogar der ADAC für
die Verkehrsberuhigung. Doch im Koalitionsvertrag der neuen
Regierung war die Öffnung für den fließenden Verkehr
festgeschrieben. Die Initiative „Grindelhof gut so – Grindelhof
bleibt so“ sammelte in sechs Monaten 10 000 Unterschriften.
Jetzt wurde in der Bezirksversammlung über die Ziele der Initiative
abgestimmt. Neben SPD und GAL stimmten plötzlich auch die
CDU-Abgeordneten gegen eine Öffnung des Grindelhofs.

Christine Harff von der Anwohner-Initiative: „Wir gehen davon
aus, dass sich auch die CDU-Bürgerschaftsfraktion dem breiten
Konsens anschließt und gegenüber ihren Koalitionspartnern auf
eine Beibehaltung des Status quo am Grindelhof hinwirkt.“ Jetzt
hat Bausenator Mario Mettbach (Schill) das letzte Wort. Im
MOPO-Interview deutete er aber an, in dieser Frage kein
„Betonkopf“ sein zu wollen. Eine Entscheidung wird in den
nächsten Wochen erwartet. (th)