Im Sommer 2008 trat die Hamburger Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Herlind Gundelach, mit der Idee an die Öffentlichkeit, die Universität Hamburg ganz oder in Teilen an einen anderen Standort zu verlegen. Im Gespräch hierfür war das Gelände am Kleinen Grasbrook.
Es wurde der Einsatz einer Fachkommission beschlossen, die verschiedene Szenarien der Entwicklung der Universität untersuchen soll, darunter zwei, die eine teilweise bzw. vollständige Aufgabe des Standorts Rotherbaum implizieren.

Wir lehnen diese Pläne entschieden ab und ahben aus diesem Grund am 13. September 2008 mit einer Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren zur Herbeiführung eines Bürgerentscheids zum Verbleib der Universität Hamburg an ihrem jetzigen Standort (im Stadtteil Rotherbaum/Bezirk Eimsbüttel) begonnen.

Die Universität Hamburg, vor fast hundert Jahren in Hamburg-Rotherbaum gegründet, ist in diesen Stadtteil hinein und über ihn hinaus gewachsen, hat ihn in vielerlei Hinsicht geprägt und sein soziales und kulturelles Profil maßgeblich mitbestimmt.
Dass architektonische und städtebauliche Konzepte dieser Entwicklung nicht immer aufs trefflichste geglückt sind, widerspricht nicht der Bedeutung der Universität für den Stadtteil, es macht gerade auch das besondere Spannungsverhältnis zwischen gründerzeitlicher Wohnbebauung und den architektonischen und städtebaulichen Konzepten der 1950er und 1960er Jahre aus.
Dass einige Universitätsgebäude von Paul Seitz (Philosophenturm, PI) und Bernhard Hemkes (Auditorium maximum) inzwischen eine besondere Anerkennung erfahren, ist nur ein Aspekt für den Erhalt der Universität an diesem Ort.

Der Stadtteil lebt mit und von der Universität. Sie ist hier und nirgendwo sonst am rechten Platz.

Unbestritten ist ein Sanierungsbedarf an den Gebäuden. Aber dieses Resultat der Vernachlässigung gröbster Art ist in allererster Linie der Wissenschaftsbehörde und damit der Hansestadt zuzuschreiben.
Vor fünfzig Jahren wurde die Universität in diesen Stadtteil in ziemlich unsensibler Weise erweitert: die historischen Straßenzüge wurden eliminiert (damit auch zum Teil die Erinnerungen gerade an die jüdische Vergangenheit zum Beispiel in der Benneckestraße). Der Bornpark musste dem Campus weichen. Der Platz der ehemaligen Bornplatz-Synagoge war viele Jahre ein heruntergekommener Parkplatz, bevor er in seiner heutigen Gestalt des Joseph-Carlebach-Platzes an seine Vergangenheit erinnerte. Einige Entwick-lungschancen der Universität wurden leichtsinnig verspielt, wie zum Beispiel die Nutzung des ehemaligen Hauptpostamtes in der Schlüterstraße.
Die Wissenschaftssenatorin nennt einen Sanierungsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe. Die Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre beliefen sich aber bereits auf ca. 150 Millionen Euro! Neubauten wie das ZMAW sowie das kurz vor der Fertigstellung stehende Klimarechenzentrum werfen Fragen nach dem wirtschaftlichen und verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern bei derartigen Überlegungen auf. Der Umfang der Stiftungen der Eheleute Hannelore und Helmut Greve (Flügelbauten, Bibliothek der Musikhochschule etc.) sind hier noch nicht einmal in Betracht gezogen.
Wir betrachteten den Wegzug der Universität als nicht zu kompensierende Veränderung des Charakters des Stadtteils und wollen daher eine Diskussion über die Entwicklungsmöglichkeiten der Universität am derzeitigen Standort begleiten. Wir sind davon überzeugt, dass eine den Bedürfnissen und Veränderungs- und Wandlungsprozessen der Universität angemessene Entwicklung auch in diesem Stadtteil möglich ist.

Bitte unterstützen Sie unsere Bemühungen und sammeln Unterschriften für den Erhalt der Uni am jetzigen Standort.
Das Formular hierfür können Sie als .pdf herunterladen

(Bitte die Listen NICHT nummerieren, dies wird von den Initiatoren vorgenommen!)