Kompromissbereitschaft in der Verkehrspolitik wächstOb Stresemannstraße, Grindelhof oder die Parkplatzdebatte:
Die Verkehrspolitik bleibt ein Streitpunkt in der Hansestadt

Allerdings betonten die Vertreter aus Politik, Bürgerinitiativen und Wissenschaft beim zweiten "Auditorium" der Raffay-Gruppe zum Thema "Hamburgs Verkehrskonzepte für die Zukunft" ihre Bereitschaft zu Kompromissen.So sagte Stefan Schulz, Staatsrat der Behörde für Bau und Verkehr, dass die Öffnung am Grindelhof "ein offener Prozess sei". Gegenüber dem Vertreter des Aktionsbündnisses für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik stellte er klar, dass die derzeitige Situation möglicherweise bestehen bleibe. Zwar betonte er den "Paradigmenwechsel" hin zu einer Verkehrspolitik, die die Hauptverkehrsadern freihält und ausbaut - gleichzeitig aber stellte er den Finanzierungsvorbehalt heraus, unter dem derzeit alle Projekte des Senats stünden. "Wir machen keine reine Autopolitik", verwahrte sich Schulz gegen Kritik und verwies auf die Pläne, die U-Bahn von Barmbek bis Steilshoop auszubauen. Zudem soll das Netz der Hamburger Verkehrsbetriebe nicht nur nach Schleswig-Holstein, sondern auch ins niedersächsische Umland ausgedehnt werden.Eine Entideologisierung der Debatte forderte auch Heinrich Klingenberg, Vorstand Busressort der Hamburger Hochbahn: "Die meisten Menschen benutzen sowohl das Auto als auch den öffentlichen Nahverkehr - die Systeme stehen sich nicht feindlich gegenüber." Allein die Zahl von täglich 1,5 Mio. Fahrgästen im Nahverkehr verdeutliche, welche Entlastungsfunktion der HVV übernehme. Prof. Wolfgang Maennig vom Institut für Verkehrswesen forderte, die Verkehrspolitik nicht nur als kommunale Aufgabe zu begreifen: "Hamburg sollte sich aktiver in die Bundespolitik einschalten." So würde eine stärkere Besteuerung des Benzinverbrauchs der Stadt durchaus nutzen. "Derzeit wird der Schwerlastverkehr auf der Straße subventioniert - das fördert die niederländischen Häfen und schadet Hamburg." mik