Grindelhof mit FahrradspurDie Quartiersinitiative Grindelhof hat sich im Jahr 2001 vor dem Hintergrund der Planungen für eine beidseitige Öffnung des "Grindelhofes" für den Autoverkehr gegründet und setzt sich heute für die Belange des Quartiers und die Interessen seiner Bewohner ein.

Vier Jahre zuvor war der Grindelhof nach langjährigen Verhandlungen auf Beschluss der Bezirksversammlung Eimsbüttel verkehrsberuhigt worden. Auf dem Abschnitt zwischen Rutschbahn und Grindelallee gilt seither Tempo 30, zwischen der Bornstrasse und der Grindelallee ist eine Einbahnstrassenregelung stadtauswärts etabliert.
Nach zahlreichen Aufsehen erregenden Aktionen in der ersten Jahreshälfte 2002, die der Problematik eine große Öffentlichkeit bescherten (vgl. Pressestimmen), und dem erfolgreichen Abschluss eines Bürgerbegehrens (mehr als 10.000 Bürgerinnen und Bürger setzten sich in nur sechs Monaten mit Ihrer Unterschrift aktiv für den Erhalt der Strasse in ihrer jetzigen Form ein) präsentierte der mehr und mehr unter Druck geratene zuständige Senator für Bau und Verkehr Mitte Oktober 2002 mit der sog. "Sierichstrassenlösung" einen erstaunlichen Vorschlag für eine "intelligente Lösung" des Problems. Die Reaktionen seitens der Presse, der Sachverständigen (etwa des ADAC) und der Betroffenen vor Ort auf diesen Vorstoß waren verheerend. Die Argumente für den Erhalt des Status quo waren schließlich überzeugend.
Nachdem der Erste Bürgermeister Ende Oktober 2002 in einem Fernsehinterview die Abkehr des Senats von der im Koalitionsvertrag geäusserten Pläne verkündete ("Es bleibt, wie es ist...") und auf Nachfrage auch die Abstimmung dieser Entscheidung mit dem -zu dieser Zeit schwer erkrankten- Senator bestätigte, ging die Stadt vom Ende der "ewigen Diskussion um eine kleine Strasse" aus, die Presse feierte den Erhalt des Grindelhofes.
Eine verbindliche Zusage über den Erhalt der jetzigen Regelung gibt es seitens der Behörde für Bau und Verkehr bis heute nicht. Während die zuständigen politischen Gremien mit dem Verschieben der für den Rückbau eingestellten Haushaltsmittel und der Suche nach einer gangbaren Kompromissformel befasst waren, wendete sich die AnwohnerInnen-Initiative weiterhin den Problemen des Viertels, wie der Instandsetzung/-haltung des Mahnmals Joseph-Carlebach-Platz, der Verbesserung der Situation am Hallerplatz, der Diskussion um ein intelligentes Parkraummanagement und in diesem Zusammenhang der Diskussion um den Bau einer Quartiersgarage am Allendeplatz, und seit September 2008 mit den Plänen zur Verlagerung der Universität auf den kleinen Grasbrook zu, ohne dabei die zentrale Forderung nach einer verbindlichen Absage an die Pläne zur Wiederöffnung des Grindelhofes aus den Augen zu verlieren.


Foto: Klaus Bodig