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Philipp Lahm über Deutschlands WM-Chancen

Clara Weiss1. Juli 20263 Min Lesezeit

Philipp Lahm äußert sich zu den Chancen der deutschen Nationalmannschaft bei der WM und betont, dass andere Teams als Favoriten gelten sollten.

In einem kleinen Café in München, umgeben von Fußballfans, die angeregt diskutieren, sitzt Philipp Lahm in einem abgetragenen Sweatshirt und genießt seinen Kaffee. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft schaut aus dem Fenster, während er über die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft spricht. Es ist fast komisch, dass der Mann, der 2014 den Weltmeisterpokal in die Höhe gestemmt hat, nun die Befürchtung äußert, dass Deutschland nicht zu den Favoriten gehört.

Wie können wir das erklären? Lahm ist bekannt für seine Realitätsnähe. Er weiß, dass der Fußball nicht nur von Ruhm und Geschichte lebt, sondern auch von aktuellen Leistungen. Und hier stellt er klar: Die Favoriten sind sicher andere. Brasilien, Argentinien, Frankreich – sie haben eine ganze Reihe von Talenten, die auf dem Platz funkeln. Lahm nennt das "die Realität des Fußballs".

Deutschlands Situation

Wenn man sich die letzten Spiele der deutschen Mannschaft anschaut, dann wird schnell klar, wo die Herausforderungen liegen. Es gab ein paar Lichtblicke, das stimmt, aber auch viele Schatten. Die Defensive wirkt anfällig, und im Angriff fehlt oft die Durchschlagskraft. Du könntest meinen, dass mit Spielern wie Ilkay Gündogan und Leroy Sané das Team Potenzial hat. Aber das reicht nicht, um einen Gegner wie Brasilien zu bezwingen. Das ist, was Lahm ansprechen möchte.

Er beschreibt die aktuelle Mannschaft als eine, die sich noch finden muss. „Wir haben talentierte Spieler, aber die Abstimmung und das Zusammenspiel sind entscheidend“, sagt er. Denkt daran: Ein gutes Team besteht nicht nur aus Einzelspielern. Es braucht Chemie, ein gemeinsames Verständnis, das über das Training hinausgeht. Und genau hier hapert es in der aktuellen DFB-Elf.

Blick in die Zukunft

Die Weltmeisterschaft ist nicht nur ein Turnier, sondern auch eine Bühne. Für viele Spieler ist es die Gelegenheit, sich zu beweisen. Lahm sieht die WM als Sprungbrett, nicht nur für die Stars, sondern auch für die jüngeren Talente. Jemand könnte zu einem neuen Superstar aufsteigen. Doch bei all dem Druck, den dieses Turnier mit sich bringt, ist es von Vorteil, einen kühlen Kopf zu bewahren. Lahm ermutigt die Spieler, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Spaß am Spiel zu haben und sich weiterzuentwickeln, ohne den Ballast der Erwartungen.

Er betont, dass auch Niederlagen wertvolle Lektionen bieten können. Man könnte denken, das klingt nach einem Klischee, aber in der Realität sehen wir oft, dass Teams durch Rückschläge stärker zurückkommen. Die entscheidende Frage ist, ob Deutschland in der Lage ist, das zu nutzen. Lahm bleibt optimistisch, auch wenn er realistisch bleibt.

Der Druck steigt

Das Umfeld ist angespannt. Medien, Fans, sogar die Verbände – jeder hat seine Erwartungen. Und gerade da wird es wichtig, dass das Team zusammenhält und sich nicht von äußeren Einflüssen verrückt machen lässt. Lahm, der selbst als Kapitän unter Druck stand, weiß, wie wichtig Rückhalt und Vertrauen innerhalb der Mannschaft sind.

Die nächsten Monate könnten entscheidend sein. Nationaltrainer Hansi Flick hat die Aufgabe, eine schlagkräftige Truppe zu formen. Training, Freundschaftsspiele, und die Qualifikationen sind der Schlüssel. Und während all das geschieht, denkt Lahm daran, dass sich ein Team erst richtig findet, wenn es zählt – im entscheidenden Spiel.

Die WM wird manchem Spieler die Möglichkeit geben, sich zu beweisen, darauf setzt auch Lahm. Er fordert mehr Mut, mehr Initiative und vor allem: Teamgeist. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann Deutschland im internationalen Fußball wieder eine Rolle spielen. Die Zeit wird zeigen, ob Lahm recht behält.

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